Strinquantet

Strinquantet Live

So. 8. Oktober 2017
„Chymische Hochzeit“
Strinquantet und Andrea Nagl (Tanz)
Neue Musik St. Ruprecht
Ruprechtsplatz 1, 1010 Wien

Die chymische Hochzeit stellt die Vereinigung von männlich und weiblich in einer Person dar. Der Versuch der Alchemisten, dadurch die Antwort im Kern zu finden, alles mit allem in Verbindung zu setzen und so zur Lösung zu gelangen wird bei diesem Projekt durch Musik, Tanz und Bild dargestellt. Der Wunsch durch die Analyse der Illusion zur Einheit und zum Ursprung zu gelangen ist ein Motor des Glaubens; daher der sakrale Raum.

Bei der Performance „chymische Hochzeit“ (die Thematik wurde bereits in Gottfried von Einems Oper „Jesu Hochzeit“ vortrefflich verarbeitet) atmet, lauscht, sieht und fühlt das Publikum im Körper des Ensembles mit bis es die ungemütlichen Kirchenbänke vergessen hat. Denn an diesem Abend wird die Kirche mit ihrer sakralen Atmosphäre und ihrem Raumklang zum Ensemblemitglied.

Das Ensemble wird die meditative Stimmung und die wunderbare Raumakustik des sakralen Raumes nutzen, der Raum selbst wird als fünftes Ensemblemitglied behutsam begrüßt und rein akustisch bedient.

STRINQUANTET
Simon Frick – Violine
Judith Reiter – Viola
Maria Frodl – Violoncello
Thomas Stempkowski – Kontrabass
Gast: Andrea Nagl – Tanz-Performance

www.neue-musik.at/index.php/dates/
www.facebook.com/events/1797485653600327/



Über das Strinquantet

Ein derartiger Streicherklang schwebte schon seit 2009 in meinem Kopf herum. 2012 hatte ich durch meine Konzertreihe „Quanten-Kammer für Musik“ endlich die Gelegenheit, diese Besetzung zusammenzustellen. Musik, die zuvor nur in meinem Kopf war, erklang real in aller Ohren, und Freude wurde auf den Gesichtern meiner MitmusikerInnen sichtbar.
Thomas Stempkowski, Juli 2016

„Strinquantet“ ist der Name dieses Quartetts, das sich aus allen gängigen Streichinstrumenten zusammensetzt. Durch den Tausch der zweiten Violine mit dem Kontrabass, rücken Viola und Cello im Register nach oben. Vor allem das Cello kann sich so solistisch ausleben, ohne auf eine Bassfunktion verzichten zu müssen. Die Musik des Quartetts nährt sich aus dem, was im Moment entsteht und pflegt dieses, bis es Form und Struktur aufweist. Die Homogenität des Klangkörpers selbst ermöglicht den MusikerInnen eine unglaubliche Risikobereitschaft. Jede Stimme kann auf- oder abtauchen und dennoch bleibt immer ein Gefüge erhalten, das bindend wirkt.


Das Debut-Album: „auf der suche nach der stille“

Das Debut-Album „auf der Suche nach der stille“ wurde am 21. Juli 2016 bei den Nickelsdorfer Konfrontationen präsentiert und ist ab sofort bei Freifeld Tontraeger erhältlich.

Simon Frick, Violine
Judith Reiter, Viola
Maria Frodl, Cello
Thomas Stempkowski, Kontrabass


Presse-Kritiken (Auswahl)

CD-Kritik auf musicaustria.at (Online-Artikel von Michael Ternai, Februar 2017)
CD-Kritik in „KULTUR – Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft“ (Online-Artikel, Dezember 2016)

Konzert–Kritik: Strinquantet Live @ Jazzatelier Ulrichsberg (OÖ)
(Kronen Zeitung, 27. März 2017)


Liner notes zur CD-Produktion

Der Titel unserer ersten CD-Produktion „auf der suche nach der stille“ trägt die Entstehungsgeschichte in sich: Auf der Suche nach dem richtigen Aufnahmeraum hätte ich besser gleich auf unseren hervorragenden Tonmeister Jens Jamin hören sollen. Er hatte für dieses Projekt nämlich schon von Anfang an die Irnberger Foundation in Salzburg als Aufnahmeraum im Visier. Doch durften wir erst die Erfahrung von akustischem Smog in einem renommierten Studio machen, um unsere Ohren für das bevorstehende Projekt CD nochmals zu schärfen.

Da wir streckenweise mit ganz zarten Klangmodulationen arbeiten, konnten wir die gesamte Aufnahmesession wegen Lüftungs-, und Stromstörgeräuschen nicht verwenden. Also stand jetzt die aufwendigere, zugleich aber auch spannendere Aufnahmesituation auf dem Plan: Wir pilgerten frohen Mutes samt Aufnahme-Equipment von Wien nach Salzburg und erreichten einen wunderschönen Ort am Rande der Stadt Salzburg. Die Irnberger Foundation ist ein Konzertsaal für Kammermusik und gleichzeitig ein Aufnahme-Raum, der zum reinen Selbstzweck erbaut wurde. Großartige Akustik, ein wunderbares Ambiente mit einer Sammlung historischer Klaviere, geführt von sehr netten Leuten.

Doch kaum hatten wir uns für die Aufnnahmen der folgenden drei Tage eingerichtet, wurde am Nachbarsgrund mit lautstarken Gartenarbeiten begonnen und eine in unmittelbarer Nähe liegende Genossenschaftsanlage von einer Allee mit Pappeln befreit. Ein gutes Dutzend alte Bäume wurden kreischend zu Boden gebracht, während wir nebenan fröhlich im pianissimo-Bereich agierten. Wo ist sie nun, die Stille?

Von den rund fünf Stunden Musik war die Mehrheit glücklicherweise frei von Störgeräuschen, doch letztendlich mussten wir feststellen: Die Stille gibt es momentan nur im Kopf. Was nicht mehr ist kann wieder werden: „auf der suche nach der stille“.

Die Aufnahmen sind weder manipuliert noch gedoppelt oder gar mit künstlichem Hall versetzt, wir haben auch keine Overdubs gemacht. Die CD ist die ehrliche, direkte Aussage von vier MusikerInnen.

Das Cover dieser CD-Produktion ist ein Foto eines guten Freundes. Es bildet einen Ausschnitt einer Arbeitsoberfläche aus einem Künstleratelier ab. Strukturen, die scheinbar zufällig gesetzt eine Dramaturgie ergeben – das ist Strinquantet.
(Thomas Stempkowski, Juli 2016)


Videos: Strinquantet Live at Freistunde